Lektorat Concisum

Wiederholung

Die Wiederholung von Buchstaben (Lauten), Wörtern oder syntaktischen Strukturen wirkt eintönig, wenig geistreich und stört den Lesefluss. Insbesondere auffällige Wiederholungen sollte man also besser vermeiden.

Wiederholungen kommen vor allem in den folgenden Bereichen vor.

Als Alliteration bezeichnet man eine Häufung von Wörtern mit demselben Anlaut.

In Rhetorik und Dichtung wird dieses Stilmittel zur Erzeugung eines akustischen Effektes eingesetzt (veni, vidi, vici). Daneben begegnet die Alliteration wegen ihrer Einprägsamkeit z.B. in der Werbung (Geiz ist geil, Leistung aus Leidenschaft), in Namen von Fernsehsendungen (Kunst und Krempel; Titel, Thesen, Temperamente) und natürlich in der Umgangssprache, besonders in alliterierenden Paarformeln (Haus und Hof, Kind und Kegel, Nacht und Nebel, Feuer und Flamme, klipp und klar).

Übertreibt man die Alliteration, entsteht ein komischer Effekt, z.B. im Zungenbrecher (Fischers Fritz fischt frische Fische).

Da die Alliteration vor allem ein akustisches Phänomen ist, kommt sie erst beim Sprechen richtig zum Tragen und verliert in geschriebenem (und still gelesenem) Text weitgehend ihre Wirkung.

Es ist also sicher kein Stilfehler, wenn in einem Sachtext von einer „Produktpalette“ oder einer „professionellen Planung“ die Rede ist.

Ein komischer Effekt wie im folgenden Beispiel ist aber zu vermeiden.

Petersen präsentierte die Publikation zur neuen Produktpalette.

Solche Stellen lassen sich durch Einsatz von Synonymen glätten.

Petersen stellte die Veröffentlichung zur neuen Produktpalette vor.

Die Alliteration basiert auf einer Wiederholung phonetischer bzw. graphischer Merkmale und ist daher eng verwandt mit der Anapher und der Epipher sowie der Wiederholung des Wortstamms.

Anapher und Epipher

Eine Anapher ist die Wiederholung desselben Wortes (oder derselben Wörter) am Beginn aufeinanderfolgender Sätze. Eine solche Wiederholung ist auffällig und wirkt stark repetitiv bzw. eintönig.

Da diese Angaben momentan nicht überprüfbar sind, bleiben sie zunächst außer Acht. Da jedoch Erkenntnisse aus einer Metastudie vorliegen …

Dasselbe gilt für die Epipher, also den gleichlautenden Satzschluss.

In Kapitel 2 werden die theoretischen Grundlagen beschrieben. Anschließend wird in Kapitel 3 die Methodik beschrieben, bevor in Kapitel 4 …

Morphem­wiederholungen

Auffällige Wiederholungen des Wortstamms bzw. von Wortbestandteilen können ebenfalls störend wirken, besonders wenn sie auf engem Raum vorkommen. Dabei ist unerheblich, ob die Wörter auch sinnverwandt sind.

Der Grund für die Auseinandersetzung war offenbar die Ersetzung des Geschäftsführers durch …

Auch hier helfen Synonyme:

Der Grund für die Differenzen war offenbar die Ersetzung …

Parallelismus

Eine Wiederholung der grammatischen Struktur eines Satzes nennt man Parallelismus.

Die Studie führte zu dem Ergebnis, dass 57 % der Probandinnen und Probanden visuelle Reize bevorzugen. Das Ergebnis verdeutlicht, dass auditive Stimuli von einer Mehrheit der Teilnehmenden als sekundär betrachtet werden. Künftig sollte also darauf geachtet werden, dass der Fokus stärker auf visuelle Anreize gelegt wird.

Das Problem sind die mit der Konjunktion „dass“ eingeleiteten Attribut- und Objektsätze. Mit Synonymen kommen wir nicht weiter. Wir können jedoch beispielsweise den zweiten dass-Satz zu einem Hauptsatz umformulieren und diesem den dritten dass-Satz unterordnen. Das Ergebnis ist wesentlich eleganter.

Die Studie führte zu dem Ergebnis, dass 57 % der Probandinnen und Probanden visuelle Reize bevorzugen. Von der Mehrheit der Teilnehmenden werden auditive Reize demnach als sekundär betrachtet, weshalb künftig visuelle Anreize stärker fokussiert werden sollten.

Aber auch ohne Wortwiederholungen kann ein Parallelismus auf Lesende einschläfernd wirken (z.B. Reihung von Hauptsätzen mit gleicher Stellung der Satzglieder).

Buchanan kandidierte bereits 1820 erfolgreich für einen Sitz im Repräsentantenhaus. Er verblieb dort bis zum 21. Kongress der Vereinigten Staaten als Repräsentant. Seine erste Rede vor dem Plenum behandelte die Finanzierung der United States Army. Buchanans trockene Rhetorik ließ schon damals eine sorgfältige Vorbereitung erkennen. 

Auch hier hilft eine Umformulierung, z.B. durch Unterordnung von Hauptsätzen (die eine Neuordnung der Satzglieder erzwingt).

Buchanan kandidierte bereits 1820 erfolgreich für einen Sitz im Repräsentantenhaus, in dem er bis zum 21. Kongress der Vereinigten Staaten als Repräsentant verblieb. Die Finanzierung der United States Army war Gegenstand seiner ersten Rede vor dem Plenum, deren trockene Rhetorik schon damals eine sorgfältige Vorbereitung erkennen ließ.